Ringvorlesung im WiSe 2018_2019 Körper/Bildung – Gender und Differenz in globalen Transformationsprozessen

Ringvorlesung im WiSe 2018/2019

Poster
Poster

Körper/Bildung – Gender und Differenz in globalen Transformationsprozessen

„Am Ende der Erziehung finden wir die Geschlechter verschieden ausgebildet, und auch nachher einen anderen Lebensweg einschlagend; folglich muss auch die Erziehung auseinandergehen.“

Dieses Zitat aus Friedrich Schleiermachers „Pädagogik. Theorie der Erziehung“ aus dem Jahr 1820 zeigt, dass Pädagogik die Bildung der Geschlechter grundlegend beeinflusst. Das heißt, wie Erziehung und Bildung – sowohl im familiären, als auch im institutionellen Rahmen – gestaltet werden, entscheidet mit darüber, welche Geschlechtervorstellungen für die Subjekte als un/wahrscheinlicher gelten. Auf diese Weise wird bereits der Körper des Kindes zum Aushandlungsort von Geschlechterpolitiken. Gleichwohl Geschlecht in historischer und globaler Perspektive divergierende Existenzweisen umfasst, werden Differenzen im Rekurs auf den Körper häufig als visuell sichtbar erlebt und über Doing Difference Prozesse in Alltagspraxen naturalisiert. Nicht selten weisen Geschlechterzuschreibungen hierbei Interdependenzen zu weiteren Macht- und Herrschaftsverhältnissen (wie z.B. Ethnizität, Sexualität) auf und konstruieren dadurch hierarchisierende Bilder von Fremdheit und Andersheit. Dies offenbart sich nicht zuletzt anhand der Verschränkungen anti-feministischer und anti-muslimischer Diskursstränge, wie sie aktuell in Politik und Gesellschaft verhandelt werden.

Vor diesem Hintergrund setzt sich die Ringvorlesung mit globalen Transformationsprozessen in der Körper/Bildung auseinander. Damit ist nicht nur die Herausbildung und Konstruktion eines (vergeschlechtlichten) Körpers gemeint, sondern auch die Frage verbunden, wie institutionalisierte Erziehung und Bildung im Verlauf des Lebens (z.B. in der Familie, KITA, Schule, Erwachsenenbildung, im Beruf, der Hochschule und den (MINT) Fachkulturen) an diesen Prozessen beteiligt sind. Im Rahmen der Ringvorlesung soll in kritisch-dekonstruktiver Perspektive diskutiert werden, welche Möglichkeiten und Grenzen sich aktuell eröffnen, den Körper in der Erziehungswissenschaft neu zu denken und gängige Vorstellungen von Geschlecht und Differenz zu durchkreuzen. Aus unterschiedlichen Perspektiven, wie der Allgemeinen Pädagogik, der Medienpädagogik, Berufspädagogik, Schulpädagogik und Didaktik der Technik- und Naturwissenschaften sowie der Mode und Ästhetik, wird die Körper/Bildung betrachtet und gemeinsam mit Masterstudierenden der Bildungswissenschaft sowie allen interessierten Besucher*innen diskutiert.

Leider kann der Vortrag von Frau Dr. Kathrin Schulz: „Sichtbare Kraft? Körperbildung im Sportunterricht“ auch am Ersatztermin (19. Dez.) nicht stattfinden.

Die Ringvorlesung beginnt am 24.10.2018 und findet Mittwochs von 16:15 – 17:55 Uhr in Gebäude S1|03 Raum 12 statt.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Poster und Programm als PDF