Forschungsprojekte

Hier erhalten Sie einen Überblick über alle laufenden und abgeschlossenen Forschungsprojekte des Arbeitsbereichs Berufspädagogik.

Drittmittelprojekt, „Digitales Lernportal für den Übergang Schule – Beruf“ des BMBF

Lisa Morath

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierten Projekts „Digitales Lernportal für den Übergang Schule – Beruf“ wurde das Spiel „career swipe“ in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Serious Games der TU Darmstadt entwickelt, um Jugendliche dazu zu motivieren, über ihre Berufswahl zu reflektieren.

Drittmittelprojekt, Hess. Kultusministerium

Sevil Mutlu

Ziel des Projekts ist es, junge Menschen in ihren Berufsorientierungsprozessen und bei der Ausbildung ihrer Berufswahlkompetenz im Bereich der individuellen Förderung und Beratung zu unterstützen.

Systematischer und vernetzter Kompetenzaufbau in der Lehrerbildung im Umgang mit Digitalisierung und Heterogenität

Drittmittelprojekt, Qualitätsoffensive Lehrerbildung des BMBF

Optimierung der Lehrkräftebildung durch Entwicklung der Studiengänge an der TU Darmstadt mit den Schwerpunkten Digitalisierung, Heterogenität und Kohärenz durch Vernetzung von Inhalten, Studierenden und Lehrenden.

Drittmittelprojekt, Innovationswettbewerb INVITE „Digitale Plattform berufliche Bildung“ des BMBF

Elisabeth Rotter


Bei dem SG4BB Vorhaben handelt es sich um ein Verbundprojekt der Technischen Universität Darmstadt (Serious Games Gruppe, Fachgebiet Multimedia Kommunikation und Professur Berufspädagogik und Berufsbildungsforschung) mit Bildungsträgern und Projektpartnern aus der Spielebranche. In diesem Rahmen wird eine Plattform zum Auffinden, Integrieren, Erproben und Bewerten von personalisierten Serious Games und spielerischen Lernangeboten in der beruflichen Weiterbildung geschaffen.

Ziel ist es, über eine Suchmaschine geeignete Lernspiele für Berufsfelder bzw. -gruppen zu identifizieren, damit diese von Nutzer:innen wie Bildungsanbietern über einen Marktplatz heruntergeladen und in ihr eigenes Lernmanagement System integriert werden können. Zudem werden zwei KI-gestützte, spielerische Lehr- und Lernangebote neu entwickelt und im Zusammenspiel zwischen Forschung, Entwicklung und Praxis erprobt und evaluiert. Mit dem Projekt soll der Frage nachgegangen werden, welche Serious Games für die breit gefächerten Berufsgruppen und Berufsfelder des nationalen Beschäftigungssystems existieren, welche Qualität diese aufweisen und wie sie in der beruflichen Weiterbildung integriert werden können.

Systematischer und vernetzter Kompetenzaufbau in der Lehrerbildung im Umgang mit Digitalisierung und Heterogenität

Drittmittelprojekt (Deutsche-Telekomstiftung)

Dr. Josephine Berger

Mit einer Online-Befragung sollen erste Einblicke in den Fragenkomplex gewonnen werden, wie MINT-Lehrkräfte die organisationalen und institutionellen Bedingungen, eigene Gestaltungsspielräume zur Schulentwicklung und eigene Karriereperspektiven wahrnehmen.

Ziel ist es, Perspektiven des MINT- Personals an Schulen zu erfassen, Probleme und Chancen von Quer- und Seiteneinsteiger:innen zu untersuchen und der Frage nachzugehen, wie das MINT-Personal von Zusatzaufgaben entlastet bzw. der MINT-Unterricht an Schulen gestützt werden kann.

Drittmittelprojekt (BIBB/Eigenmittel)

Sevil Mutlu

In der BIBB-TUDa-Berufsorientierungsstudie werden zwei Berufsorientierungsangebote auf ihre Wirkungen hin untersucht:

  • der Einsatz von Ausbildungsbotschafter:innen im Schulunterricht sowie
  • ein selbst konzipierter Workshop, in dem sich Schüler:innen mit den zum Teil unbewussten Logiken der Berufswahl auseinandersetzen.

Beide Angebote sind neuere Ansätze zur Berufsorientierung, die implizit oder explizit das Bedürfnis nach sozialer Anerkennung in der Berufswahl berücksichtigen.

Forschungsbefunde zeigen, dass das Bedürfnis nach sozialer Anerkennung eine zentrale Rolle in der Berufswahl junger Menschen spielt. Wenngleich es Jugendlichen oftmals nicht bewusst ist, tendieren sie dazu, vorzeitig jene Berufe als mögliche Berufswahloptionen für sich auszuschließen, bei deren Wahl sie negative Reaktionen aus ihrem sozialen Umfeld antizipieren. Bislang wird das Bedürfnis nach sozialer Anerkennung in Berufsorientierungsangeboten jedoch nur wenig berücksichtigt. Im Rahmen der BIBB/TUDa-Berufsorientierungsstudie soll deshalb untersucht werden, inwiefern sich „anerkennungssensible“ Berufsorientierungsangebote realisieren lassen und wie diese aussehen könnten. Um die Bedeutung der Anerkennungsbedürfnisse von Jugendlichen in Berufsorientierungsangeboten stärker zu berücksichtigen, können verschiedene Wege beschritten werden:

1. Einsatz von Ausbildungsbotschafter:innen

Ein Weg besteht darin, den Jugendlichen zu Kontakten zu Auszubildenden zu verhelfen. Dies geschieht zum Beispiel durch den Einsatz von Ausbildungsbotschafter:innen in Schulen. Dabei erfahren die Jugendlichen aus dem Munde Gleichaltriger, d. h. auf Augenhöhe – nicht nur, wie und was in den verschiedenen Berufen gelernt und gearbeitet wird. Vielmehr fungieren die Ausbildungsbotschafter implizit als Rollenvorbilder. Über sie erhalten die Jugendlichen einen plastischen Eindruck, mit welchen gelebten sozialen Identitäten sich die vorgestellten Ausbildungsberufe für junge Menschen verbinden können.

2. Workshop zu den „Logiken der Berufswahl“

Ein anderer Weg ist, den Jugendlichen oftmals unbewusste Logiken der Berufswahl, wie die potenzielle Abhängigkeit von den Urteilen und Klischeevorstellungen Dritter, explizit bewusst zu machen. Das BIBB und die Technische Universität Darmstadt entwickeln hierzu einen Workshop. Jugendliche sollen bei diesem Workshop auf spielerischem Wege erfahren, wie eigene berufliche Interessen und Anerkennungsbedürfnisse gegenüber Dritten bei der Berufswahl zusammenwirken. Auf diese Weise können sie bislang implizite Berufswahllogiken erkennen und bewusst reflektieren.

Beide Berufsorientierungsangebote – Ausbildungsbotschafter:innen und der Workshop zu den „Logiken der Berufswahl“ – sind noch relativ neu. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und die Technischen Universität Darmstadt (TUDa) untersuchen die Wirkungen beider Angebote und die Bedingungen, unter denen der Nutzen beider Angebote optimiert werden kann.

Hierzu werden Schüler:innen vor und nach dem Einsatz der jeweiligen Angebote mit Hilfe von standardisierten Fragebögen interviewt. Thema ist zum einen, wie die Jugendlichen die Besuche der Ausbildungsbotschafter:innen bzw. den Workshop zu den Logiken der Berufswahl subjektiv erlebt haben. Zum anderen geht es darum, inwieweit sich die Berufskonzepte der Jugendlichen zugunsten einer realistischeren und klischeefreieren Wahrnehmung verändern und sich die Jugendlichen in einer reflektierten und autonomen Berufswahl gestärkt sehen.

Literatur:

  • Oeynhausen, Stephanie; Mutlu, Sevil: Berufsorientierungsangebote „anerkennungssensibel“ gestalten: Vorstellung eines innovativen Workshopkonzepts. Version 1.0 Bonn, 2022. Online: https://res.bibb.de/vet-repository_780204.
  • Granato, M.; Mutlu, S.: Anerkennungssensible Berufsorientierung als Weg zu sozialer Wertschätzung in der Berufswahl. In: G.I.B. Info 25 (2022) 4, S. 5–7.

Eigenprojekt in Kooperation mit BU Wuppertal

Nico Dietrich

Was wir tun

Durchführung einer länderübergreifenden SchülerInnenbefragung zum Thema der Berufswahlneigung des Lehrberufs; Online-Erhebung mittels SoSci Survey. Ziel ist es, der Frage nachzugehen „Warum ist der Beruf der Lehrkraft für Schüler:innen (nicht) von Interesse?“

Zielgruppe der Befragung

Schüler:innen aller Bildungsgänge, die zur Hochschulzugangsberechtigung führen (allgemeine und fachgebundene Hochschulreife).

Somit kann sowohl an berufsbildenden als auch an allgemeinbildenden Schulen (Sekundarstufe II) sowie den Fachklassen des dualen Systems erhoben werden.

Auf Basis von Forschung zur Berufswahl und Berufswahlneigung auf der Grundlage von Erwartungs-Wert-Theorien sowie nach „Gottfredson’s theory of circumscription and compromise“.

Kooperation mit der Bergischen Universität Wuppertal: Prof. Dr. Sylvia Rahn, Lara Dahlke & Dr. Christoph Fuhrmann (AG Berufsbildungsforschung der BUW) – Projekt KOLBI (Kohärenz in der Lehrerbildung)

Systematischer und vernetzter Kompetenzaufbau in der Lehrerbildung im Umgang mit Digitalisierung und Heterogenität

Drittmittelprojekt, Qualitätsoffensive Lehrerbildung des BMBF

In den Lehramtsstudiengängen Bachelor of Education (B.Ed.) wurde im Zuge der Re-Akkreditierung ein Konvergenzbereich (10 CP) verankert, der eine identitätsstiftende und eine inhaltliche Funktion haben sollte. Gemeinsame Themen der beruflichen Fachrichtungen sollten identifiziert werden. Neue oder bestehende Lehrveranstaltungen wurden in das Wahlpflichtmodul Konvergenzbereich einbezogen. Auch Themen zu Digitalisierungstechnologien und deren Implikationen (u. a. künstliche Intelligenz, Industrie 4.0, Computational Engineering, Datensicherheit, digitales Gestalten, Robotik) aus den fachwissenschaftlichen Perspektiven sollten in den Konvergenzbereich integriert werden. Der Prozess der Ausgestaltung des Wahlpflichtmoduls Konvergenzbereich sollte koordiniert werden.

Eine Studieneingangsphase sollte für Lehramtsstudierende im B.Ed. etabliert werden. Die Ergebnisse der Studierendenbefragungen und einer selbst durchgeführten Befragung zum Unterstützungsbedarf zu Studienbeginn sollten in die Gestaltung der Studieneingangsphase einfließen. Somit sollte der Übergang in das Hochschulsystem für die Studierenden mit diversen Bildungsbiografien erleichtert werden. Im Fokus standen die Identifikation mit dem Lehramtsstudium, die Vernetzung der B.Ed. Studierenden, die Reflexion des Bildungsweges und der dabei erworbenen Kompetenzen sowie eine Auseinandersetzung mit der neuen Rolle als Student:in. Zudem sollte ein webbasiertes, agiles Informationsangebot in Form eines digitalen Studienführers geschaffen werden.

Systematischer und vernetzter Kompetenzaufbau in der Lehrerbildung im Umgang mit Digitalisierung und Heterogenität

Drittmittelprojekt, Qualitätsoffensive Lehrerbildung des BMBF

Für die Studierenden des Master of Education wurde ein Seminarkonzept entwickelt. Im Rahmen des Seminars setzten sich die Studierenden damit auseinander, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Berufswelt hat und inwiefern sich die Arbeitsanforderungen in Berufsgruppen ihrer beruflichen Fachrichtung verändern können. Des Weiteren wurde die Bildungsstrategie der KMK „Bildung in der digitalen Welt“, die das Lernen im Kontext der zunehmenden Digitalisierung und das kritische Reflektieren als künftig integralen Bestandteil der Bildungsauftrags definiert, erläutert und erarbeitet, welche Konsequenz diese für die berufliche Bildung hat. Als Ableitung aus den Erkenntnissen wurde im weiteren Seminarverlauf der Frage nachgegangen, was für Kompetenzen in der Arbeitswelt von morgen relevant sein können.

Aus den gewonnenen Erkenntnissen sollten die Studierenden in domänenspezifischen Gruppen, unter Berücksichtigung des gesamten Zyklus einer Unterrichtsplanung, ein Unterrichtssegment zu einer aktuellen und beruflich-arbeitsorganisatorisch einschlägigen Digitalisierungsthematik konzipieren. Die Ausarbeitung der Unterrichtsskizzen erfolgte selbstorganisiert, beratend unterstützt von den jeweiligen Fachdidaktikvertreter:innen der Praxispraxisphase III. Die Konzipierung, Erprobung und Weiterentwicklung der Seminarkonzeption erfolgte in Kooperation mit allen beruflichen Fachdidaktik-Lehrkräften. Langfristig wurde über die strategische Einbindung eine Adaption der Inhalte des Seminars in die Praxisphase intendiert.

Systematischer und vernetzter Kompetenzaufbau in der Lehrerbildung im Umgang mit Digitalisierung und Heterogenität

Drittmittelprojekt, Qualitätsoffensive Lehrerbildung des BMBF

Aufbauend auf den Ergebnissen der ersten Projektphase ging es im Evaluationsprojekt um die Evaluation des Lehramtsstudiums (LaG und LaB) mit einer zusätzlichen Fokussierung auf den neuen Elementen „Vernetzungsbereich“ und „gestufte Praxisphasen“ mit den neuen Professionalisierungsschienen „Heterogenität“ und „Digitalisierung“, um begründete Optimierungen in den Studienmodulen vornehmen zu können.